Animationsformate gegenüber DHTML
Glaubt man manchen Webdesign-Agenturen ist eine multimediale, animierte Startseite
nur durch den Einsatz von Flash zu erreichen. In der Tat findet man auf immer mehr
Internetseiten, die auf Design wert legen, Plug-In gestützte Animationen. Ist
ansprechendes Design nur noch durch den Einsatz teurer Plug-In basierter Programme
wie zum Beispiel Macromedia Flash oder Adobe LiveMotion zu erreichen und damit
Profis (oder Raubkopierern) vorbehalten? Kann DHTML dazu noch eine Alternative
darstellen?
Um diese Entwicklung zu verstehen, muss man beachten, dass viele Webdesigner,
die mit Dynamischem HTML liebäugelten, durch die grundverschiedenen Implementierungen
des DOMs in den Browsern abgeschreckt wurden. Plug-Ins bieten demgegenüber die
Sicherheit, auf immer gleiche Bedingungen zu stoßen, da die Plug-Ins, welche die
Animationen abspielen, immer die gleichen sind. Diese Plug-Ins bieten zudem mehr
Möglichkeiten für Effekte als die Objektmodelle der Browser.
Auch die Erstellung der Animationen erfolgt in der Regel sehr einfach. Die
Kenntnis einer objektorientierten Sprache wie JavaScript ist nicht nötig. In
Flash und LiveMotion können Animatonen im "wysiwyg"-Verfahren erstellt werden.
Zudem bieten Flash und LiveMotion im Moment die einzige Möglichkeit vektororientierte
Grafiken, die sich wesentlich schneller übertragen lassen, browserübergreifend
einzusetzen. Dank des guten Rufs, den Flash-Animationen genießen, ist das
dazugehörige Plug-In weit verbreitet und in den beiden großen Browserpaketen
Internet Explorer und Netscape Navigator bereits enthalten.
Die Stärken von DHTML werden daher von vielen Webdesignern übersehen. Eine große
Stärke von Dynamischem HTML liegt in seiner freien Verfügbarkeit. Nahezu jeder
Webdesigner kann durch den Einsatz von DHTML seine Homepage mit Animationen
versehen, ohne dazu teure Softwarepakete kaufen zu müssen.
Das Flash Plug-In ist zwar weit verbreitet, trotzdem muss man beachten, dass
nicht jeder ein solches Plug-In installiert oder sogar ein spezielles Plug-In
herunterladen möchte. Des weiteren ist es für die Firmen kaum möglich für jeden
Browser ein eigenes Plug-In zu erstellen. Demgegenüber sind die für DHTML- Animationen
verwendeten Formate vorbildlich dokumentiert und zu großen Teilen standardisiert.
Solche Standards stehen allen Browserherstellern offen und werden von diesen auch
weitgehend direkt in ihre Browser integriert. Sowohl der aktuelle Internet Explorer
5.5 als auch der kommende Netscape Navigator 6 unterstützen das Dokument-Objekt-Modell
des W3Cs zu großen Teilen.
Die gute Dokumentierung, und nicht zuletzt dass es sich bei HTML, JavaScript und
CSS um Klartextformate handelt, ermöglichen es auch dann noch, wenn Flash und HTML
längst veraltet sind, zumindest noch an die Inhalte heranzukommen. Haben Sie jemals
versucht den Quellcode einer Flash-Datei zulesen? Außer wirren Zeichen werden Sie
wohl kaum etwas erkannt haben. Im Gegensatz dazu finden Sie den Text aus HTML-Seiten
in deren Quellcode unverschlüsselt und die Befehle eindeutig abgegrenzt.
Insbesondere der Import in andere Programme wie zum Beispiel Microsoft Word gestaltet
sich bei standardisierten Formaten wesentlich einfacher. Um eine Flash- oder
LiveMotion-Seite in Word importieren zu können, ist zuerst ein passender
(und aktueller!) Filter zu suchen, der die Seite ordnungsgemäß für Word lesbar
macht.
Auch volltextbasierte Suchmaschinen haben mit Problemen bei der Indexierung von
nur mit Plug-Ins lesbaren Dateien zu kämpfen. HTML-, CSS- und JavaScript-Dateien
sind ausschließlich textbasiert und daher problemlos lesbar. Codierte Dateien müssen
erst mit der passenden Software entschlüsselt werden.
Nicht zu unterschätzen sind auch die wirtschaftlichen Aspekte: Große Firmen wie
zum Beispiel Macromedia verdienen sicherlich nicht schlecht an den regelmäßigen
Updates, die sich ein Kunde alljährlich kaufen muss um Up-to-Date zu bleiben.
Standardisierte Formate sind dem gegenüber in aller Regel abwärtskompatibel und
der Lernaufwand um sich in die neue Version einzudenken dank des logischen Aufbaus
der Erweiterungen minimal. Die weite Verbreitung ihres Plug-Ins bietet Macromedia
eine gute Basis um den Markt im Animationsbereich zu kontrollieren und sogar
Monopolstellungen aufzubauen. Dass solche Monopolstellungen in der Regel nicht
zum Vorteil der Kunden sind, dürfte allgemein bekannt sein.
Sicherlich klar ist, dass der Einsatz von DHTML größere Zukunftssicherheit hat,
als spezielle Firmenformate. Der Einsatz von speziellen Formaten ist dann
gerechtfertigt, wenn Animationen erstellt werden sollen, die besondere
Effekte benötigen. Ansonsten sollte man sich an standardisierten Lösungen
orientieren, auch wenn man als Programmierer browserbedingt manchmal von
Standardbefehlen abweichen muss. Für Nichtprogrammierer bietet sich die immer
noch kostengünstigere Möglichkeit, mit Programmen wie Macromedia Dreamweaver
oder Adobe GoLive im "wysiwyg"-Verfahren DHTML- Animationen zu erstellen. Weniger
erfahrene Programmierer können auf vorgefertigte Animationen zurückgreifen, die
einfach anzupassen sind oder JavaScript-Libraries verwenden, die DHTML- Funktionen
zur Verfügung stellen.
Abschließend bleibt zu sagen, dass Netscape 6 mit seiner vollständigen
Unterstützung des durchs W3C standardisierten DOM1 die Hoffnung weckt, dass
Browserkompatibilitätsprobleme bald der Vergangenheit angehören.
Links zum Thema
Meinungen
Firmen
- Macromedia ist
Hersteller von Flash und Dreamweaver.
- Adobe ist Hersteller von
LiveMotion und GoLive.
Fertige JavaScripts und DHTML-Libraries
- Informatik2000.de
stellt vorgefertigte JavaScripts zur Verfügung.
- Dietmar Rabichs Homepage
bietet vorgefertigte JavaScripts in Mengen.
- Mike Halls
JavaScript-Bibliothek bietet zahlreiche Funktionen zur Programmierung von
DHTML-Seiten.
- Wie versprochen haben wir eine eigene JavaScript-Bibliothek entwickelt:
DHTML-Library.
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DHTML |
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(Dynamic Hypertext Markup Language) Bezeichnung für Seiten die
über eine clientseitige Scriptsprache nachträglich den Aufbau
der Seite verändern. Dadurch werden aufwendige Animationen möglich.
Eingeführt wurde der Begriff von Microsoft und Netscape.
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DOM |
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(Document Object Model) Das DOM stellt die Schnittstelle zwischen einer
clientseitigen Scriptsprache und den Elementen einer HTML-Seite her.
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Plug-In |
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Ein Plug-In ist ein Programm, das in ein anderes Programm integriert
wird und dieses um weitere Funktionen bereichert, wie zum Beispiel
die Darstellung von Flash-Seiten.
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Flash |
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Ein Format der Firma Macromedia, mit dem aufwendige, interaktive
Animationen in Internetseiten möglich sind.
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LiveMotion |
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Ein Programm, ähnlich Flash, der Firma Adobe das im Moment die
einzige, erstzunehmende Konkurrenz zu Flash darstellt.
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Vektororientierte Grafiken
Grafiken wie *.gif und *.jpg speichern die Farbe einzelner
Bildpunkte. Im Gegensatz dazu speichern vektororientierte Grafiken nur
Begrenzungslinien und die Farbe zwischen diesen Linien.
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